EU-Finanztransaktionssteuer

EU-Finanztransaktionssteuer

Die Europäische Kommission hat Anfang 2013 entschieden, eine Richtlinie für diejenigen Staaten einzuführen, die eine harmonisierte Finanztransaktionssteuer erheben möchten. In der Zwischenzeit haben Frankreich und Italien die Besteuerung von Finanztransaktionen eingeführt. SIX Financial Information stellt die entsprechenden Daten zur französischen FTT (am 1. August 2012 eingeführt) sowie diejenigen für die italienische FTT auf Aktien (am 1. März 2013 eingeführt) und Derivate (am 1. September eingeführt) zur Verfügung.

Einheitliche Quelle für die EU-weite FTT-Compliance

Dank der Kombination der reichhaltigen Wertpapier-Datenbestände mit den spezifischen und detaillierten Kenntnissen lokaler Experten in ganz Europa kann SIX die verlangten Steuerdaten bereitstellen, sobald neue Vorschriften in Kraft treten. Diese Angaben können in erster Linie über das Referenzdatenprodukt Valordata Feed (VDF) bezogen werden, ansonsten auch über das Display-Produkt Telekurs iD.

Die durchstrukturierten und vollumfänglich codierten Finanzdaten-Feeds von VDF liefern länderspezifische Steuerdaten für alle betroffenen Wertpapiere und Derivate, sobald neue Steuergesetze in Kraft treten. Aufgrund der grossen Anzahl und hohen Komplexität dieser Produkte stellt die Identifikation länderspezifischer Transaktionssteuern auf Derivate eine grosse Herausforderung für Finanzintermediäre dar. Die durchgehend automatisierten Steuerdienstleistungen von VDF unterstützen Finanzinstitute zuverlässig und effizient auf dem Weg durch die Labyrinthe der verschiedenen FTTs.

Mit Hilfe der umfassenden Steuer- und Compliance-Dienstleistungen von SIX Financial Information können Sie:

  • qualitativ hochwertige Referenzdaten über VDF beziehen
  • Steuerdaten einschliesslich Daten zu komplexen Derivaten zeitnah verwalten (über VDF Pulse mit bis zu höchstens 15-minütigen Intervallen)
  • Straight-through Processing für Steuerdaten sicherstellen
  • nach und nach Ihre Kosten senken, da sich die VDF-Strukturen für die Implementierung zusätzlicher FTTs anbieten

Frankreich

Seit 1. August 2012 müssen alle Finanzintermediäre nach dem französischen FTT-Regime die Steuer beim Eigentumsübergang von sämtlichen Beteiligungsinstrumenten erheben, die von einem börsennotierten französischen Unternehmen ausgegeben wurden, falls die Marktkapitalisierung dieses Unternehmens am 1. Januar des Jahres, in dem das Eigentum übertragen wurde, über EUR 1 Milliarde beträgt.

Italien

Seit 1. März 2013 müssen sämtliche Finanzintermediäre nach dem italienischen FTT-Regime bei den Käufern von Aktien, ADRs und aktienähnlichen Instrumenten Steuern erheben. Aktien von Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als EUR 500 Millionen, Market-Maker und einige andere spezifische Fälle sind von dieser Regelung ausgenommen.

Seit 1. September 2013 wird die italienische FTT auch auf Derivate ausgeweitet, deren Basiswerte aus steuerpflichtigen Wertpapieren bestehen. Dies bedeutet, dass die Finanzintermediäre den Steuerstatus von Tausenden von Derivaten ausfindig machen und klassifizieren müssen. Diese Vorschrift gilt auch für die laufend ausgegebenen neuen Derivate.

Übrige EU-Mitgliedstaaten

In Belgien, Deutschland, Estland, Griechenland, Spanien, Österreich, Portugal, Slowenien und der Slowakei bestehen umfassende Pläne zur Gestaltung der Steuern nach der FTT-Richtlinie der EU. Diese dürfte auch für Derivate gelten. Daher wird die Anzahl der Wertpapiere und Derivate mit Identifikationsbedarf für Steuerzwecke massiv steigen. Die Situation dürfte sich in Zukunft noch komplexer gestalten, da davon auszugehen ist, dass Frankreich und Italien ihre derzeit geltenden Listen steuerpflichtiger Wertpapiere und Derivate anpassen, um die EU-weiten Regelungen umzusetzen.